Jürgen Meier - Karen Herrmann
Wir erstellen Konzepte auf Augenhöhe
Uns interessiert die formatierende Wirkung von Licht
Licht ändert die Voraussetzungen der Wahrnehmung
Kulturgeschichtlich betrachtet ist die künstliche Beleuchtung mit der französischen Revolution entstanden. Ziel war es die Produktion in die Abend- und Nachtstunden ausweiten zu können und effizienter zu gestalten. Von gleicher Bedeutung war die Sicherheit, Sichtbarkeit und Erreichbarkeit der Bürger in den Städten. Dabei entwickelte sich das künstliche Licht von der Tür der Bürgerhäuser in den Straßenraum. Mit der industriellen Revolution begann die Vernetzung des öffentlichen Lichts, deren Erfolg heute in allen Entwickelten Ländern die Nacht zum Tag werden lässt. Bis in die Privaträume hinein hat sich eine Kultur des Lichts durchgesetzt, dessen normative Kraft dieDunkelheit als negative, gefahrvolle, der Aufklärung entgegengesetzte Energie betrachtet.
Licht-Kunst wird allgemein als Arbeit des Künstlers mit dem (elektrotechnischen) Medium Licht verstanden. Dabei handelt es sich um eine technisches Medium, das traditionell in allen Ausdrucksformen der Kunst Verwendung findet: Theater, Tanz, Film, Fotographie, Installation, Performance, Zeichnung, Malerei und Objektkunst.
Ebenso vorausgesetzt ist das Dunkel, ohne das kein Lichtspiel möglich ist. Licht braucht den Kontrast, damit es wahrgenommen werden kann. Licht ist nicht selbst sichtbar, sondern nur die Reflexion im beleuchteten Medium.
Die Bühne ist der klassische Dunkelraum für die Kunst des Rampenlichts Generationen von Malern entwickelten ihre Sujets aus dem Dunkel der Leinwand: Caravaggio, Rembrandt, Goya, Turner, Malewitsch, Rothko und viele andere. Die Dunkelkammer ist konstituierende Bedingung für Film und Fotografie, ebenso wie der abgedunkelte Kinosaal das Lichtspiel des Films ermöglicht. Künstlerisch handwerklich gesehen ist das „Dunkel" ein schwer zu konstituierender dynamischer Zustand, derÜbergang und Ausgleich, Kontrast und Immersion ermöglicht. In Zeiten der genormten Überbeleuchtung ist dieses Dunkel nur noch selten zu finden.
Jürgen Meier, 2019
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